Zeitereignisse im Lieser- und Maltatal

Sommeregg, 24. August 1317

Mainhart, Otte und Albreht, Grafen von Ortenburch, beurkunden, daß sie ihr Gericht zu Celsach (Zeltschach, nordöstl. Friesach) und in dem Ingolstal (nordwestl. Friesach) bis auf den Pruͤwalt (Priewald, nördl. Metnitz) zue dem prunnen und da zwisschen, als daz regenwazzer zetal sagt oder get gegen Friesach, dem Erzbischof Friedrich von Salzburg um 10 Mark Geldes verkauft haben. Dafür wies ihnen der Erzbischof ze Steklarn (Stöcklern bei Pusarnitz) und bei Velsperch (Feldsberg, Ruine bei Pusarnitz) 5 Mark Agleier Pfennige und 75 Pfennige Gülten zu, die ihm von Huͤrting ledig geworden waren, und bei dem Weizzensee 2 1/2 Mark Geldes. Für den Rest gab er ihnen 20 Mark und 50 Pfennige. Die Grafen geloben den Schirm des Gerichtes und versprechen, innerhalb der nächsten 2 Jahre die Zustimmung des Herzogs zu erwirken, von dem sie daz gerichte an pluͦt haben. Gelingt ihnen nicht, die Zusage des Herzogs zu erwirken, so geloben sie die Rückgabe des Geldes an den Erzbischof. Als Pfand setzen sie alles, was sie in der Herrschaft Gmünd haben. Gelingt ihnen aber die Zuerkennung des Herzogs, so soll der Erzbischof ihnen, Grafen Mainharten und Grafen Albrechten und Frau Sopheyn und deren Erben, Graf Ottos Hausfrauen, die halbe Burg Hohenburch (Hohenburg bei Spittal a. d. Dr.) leihen, die von Huͤrting dem Gotteshaus Salzburg ledig geworden war mitsampt unserem bruder graf Otten, der sie jetzt besunderlich zu Lehen hat von Salzburg. Siegler: die drei Aussteller. Gegeben zu Gmünd [Sommerekk] n. Chr. G. 1317 an sand Mathias tag des czwelfpoten [Sande Bartholomeus tag des heiligen zwelfpotten tag].

Quelle: MHDC 8, S. 115, No. 379, Korrektur aus Digitalisat der Online-Edition

Wiͤr Mainhart Otte vnd Albrecht Grafen von Oͤrtenburch v(er)iehen an disen brief offenleichen vnd tuͦn chunt allen den die in sehent oder hoͤrent lesen daz wir mit verdahtem mvͦte mit vns(er)em Herren Ertzpischolf frid(r)eichen von Salzpurch disen gewersdt getan haben daz wiͤr vnser Gerichte ze Zelsach bei Friesach vnd in dem Ingostal vntz ouf den Pruͤwalt zuͦ dem Prunnen vnd da zwisschen als daz Regenwazz(er) zetal sagt oder get gegen Friesach mit allem dem recht als wirz vnd vnser vord(er)n gehabt haben an Plvͦt an Frævel vnd an allen gerichten swie dev sein genant di dar zuͦ gehoͤrent von alter geben vnd verchouft haben im vnd seinem Gotshous ewichleich vmb zehen March Aglaier Geltes der er vns v(er)richtet hat ze Stethlarn vnd da vmb pei Velsperch fuͤmf March Agliar pfennig guͤlte vn(d) fuͤmfvndsibenzichk pfennig die im von dem Huͤrting ledich waren worden vnd pei dem weizzen See Dritthalbe March geltes fuͤr daz vͤberige hat er vns gegeben Aglaier pfennig zwanzichk March vnd fuͤmfzichk pfennig wiͤr oben ouch im vnd seinem Gotshous daz vorgenant Gerichte ze schermen mit dem rehten fuͤr alle ansprach wiͤr loben auch m vnd seinem Gotshous den vorgenanten Gerichte ze machen von vns(er)em Herren dem H(er)tzogen von K(er)enden von dem wir daz Gerichte an Pluͦt da haben von den naisten Svnnwenden inner zwain Jaren vnd des selben willen vnd gunst zuͦ disem gewersdt gewinnen. Tate wir des nicht so schvͤllen wir im vnd seinem Gotshouse oder seinem Nachchomen den vorgenanten Gelt vnd pfennig wider geben an alle wider rede vnd dar umb setzen wir im vnd seinem Gotshouse allez daz wiͤr haben in d(er) Herschafft datz Gemuͤnde. Hwanne ouch wir vns(er)es Herren von Ch(er)enden willen gewinnen vͤber disen gewersdt so schol er vns Graf Mainharten vnd Graf Albrechten vnd frowen Sopheyn vnd iren erbn Graf Otten Houffrowen leihen die halben Purch ze Hohenburch deu von dem Huͤrting dem Gotshous ledich wart mit sampt vns(er)em Bruͦder Graf Otten der sei iezund besunderleich ze lehen hat von dem vorgenanten Gotshous. Daz daz staͤte vnd vnzebrochen peleibe an alle arge liste dar vͤber gebe wiͤr im vnd seinem Gotshous disen Brief mit vnseren anhangenten Insigeln versigelt zvͦ ainem vrchuͤnde der warhait. Der Brief ist Gegeben ze Svmmerekk do von Christes gebwͦrt waren Ergangen drewzehen hundert Jar vnd in dem Sibentzehentem Jar dar nach an Sande Bartholomeus tag des hailigen zwelfpotten tag.

Quelle: aus Digitalisat der Online-Edition, siehe auch Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie. Kärntner Geschichtsbeschreibungen, S. 35f.

Online-Edition: www.monasterium.net (letzter Zugriff: 26. August 2023)

Eindeutiger Bezeichner: 14/bp

Siegler Erwähnt

Ausstellungsort Burgen und Schlösser Gewässer Landstriche Siedlungen