Zeitereignisse im Lieser- und Maltatal

13. Jahrhundert

Das 13. Jahrhundert ist geprägt von den Bestrebungen Salzburgs seinen Einflussbereich weiter nach Süden auszudehnen und den damit einhergehenden Konflikten mit den Grafen von Görz und Tirol (und Ortenburgern) als den Nachfolgern der Grafen von Lurn. Unter diesem Gesichtspunkt ist wohl auch die strategische Anlage der Siedlung Gmünd zu sehen. In der Mitte des Jahrhunderts triumphiert Salzburg gegen die Grafen Meinhard von Görz und Albert von Tirol und nimmt Albert sogar gefangen. Das erlaubt es dem Erzbistum strenge Friedensbedingungen im Frieden zu Lieserhofen 1252 zu diktieren. Dieser Gewaltfrieden lässt den Konflikt daraufhin weitere 40 Jahre schwelen, auch weil die Söhne von Meinhard, Meinhard und Albert, als Geiseln zur Erfüllung der Bedingungen gehalten werden.

Meinhard wird später Graf von Tirol und Herzog von Kärnten als Nachfolger der Spanheimer und Albert wird Graf von Görz mit umfangreichen Besitzungen in Oberkärnten. Erst im Jahr 1292 ist eine Einigung von Albert von Görz mit Salzburg möglich. Der Konflikt mit Meinhard schwelt derweil weiter, auch weil Salzburg an einem Aufstand gegen den Herzog in Steiermark und Kärnten um 1292 beteiligt ist.

Aber Salzburg hat auch innere Probleme. Die Wahl von Philipp, Sohn des Herzogs Bernhard von Kärnten, als Erzbischof von Salzburg 1246 und seine spätere Absetzung, weil er sich nicht weihen lässt, löst einen militärischen Konflikt aus, an dem die Herzoge von Kärnten (Ulrich, Philipps Bruder), Steiermark (Stephan, König von Ungarn) und Bayern (Heinrich) beteiligt sind. Malta war am Beginn des 13. Jahrhundert bereits Pfarre und wird auch als Sitz eines Erzpriesters und Salzburger Kuriensekretärs genannt, hat also eine gewisse Bedeutung für Salzburg. Bis zum Ende des Jahrhunderts entwickelt sich Gmünd zu einer aufstrebenden Marktsiedlung, die am Rand zur Stadtwerdung steht. 1278 erhält Salzburg das Recht in seinen Gebieten zu richten und so werden schon ab 1284 salzburgische Richter in Gmünd genannt. Gegen Malta und den Katschberg bestanden görzische Landgerichte.

Genannt werden: die Burg Rauchenkatsch als erzbischöfliche Burg 1201, Krangl, Hattenberg, Radl, Aich und Trebesing 1206, die Burg Leobenegg 1208, ein Pfarrer in Malta 1209, Platz 1216, eine Marienkapelle bei Malta 1223, Lieserhofen als Amt von Brixen 1236, Pressingberg 1241, Brugg, Rennweg und Gmünd 1252, Neuschitz 1254, Gmünd als Salzburger Markt 1273, Perau 1274, Hilpersdorf 1280, die Pankratiuskirche in Gmünd 1286 und der Katschberg 1290.

20. April 1200
Bischof Eberhard von Brixen wird zum Erzbischof von Salzburg gewählt. Papst Innozenz III. stimmt seiner Wahl zuerst nicht zu, da er ohne päpstliche Erlaubnis von Brixen nach Salzburg gewechselt war. Nach seiner erneuten Wahl und nachdem Eberhard selbst nach Rom reist, wird er allerdings zu Beginn des Jahres 1201 vom Papst als Eberhard II. von Salzburg bestätigt. 1
4. Mai 1201
Ein schweres Erdbeben zerstört die Burg Rauchenkatsch, bezeichnet als erzbischöfliche Burg Katsch („castrum archiepiscopi Chaets“). 2 Anm. 13/1
1206
Krangl („Ocrvgel“), Rauchenkatsch („Chesche“), Nöring („Noringen“), Malta („Malentin“), Aich („Aiche“), Hattenberg („Attenberhc“), Radl („Radlin“) und Trebesing („Trebgozingen“) werden urkundlich genannt, als Bischof Walther von Gurk bestätigt, dass Graf Engelbert von Görz der Gurker Kirche Einkünfte von Huben in genannten Orten geschenkt und wieder zu Lehen erhalten hat. Urk. 13/b Anm. 13/2
30. Mai 1208
Eberhard von Leobenegg („Eberhardus de Livbneke“, „Ebberhardus de Lvbinekke“) und sein Bruder Ortolf von Schrattenberg („Ortolfus de Scratenberc“, „Ortolfus de Schratenberc“) werden als Zeugen genannt und damit auch die Existenz der Burg Leobenegg bestätigt, als Bischof Walther von Gurk Ortolf von Montpreis ein Lehen desselben auch dessen Erben verleiht. Urk. 13/c
14. Juli 1209
Der Pfarrer Karl von Malta („Karol(us) pleban(us) de Mallintin“) wird genannt, als Erzbischof Eberhard die Schenkungen seiner Vorgänger an das Stift Admont bestätigt. Urk. 13/fm Anm. 13/20
25. Februar 1216
Platz („Planez“) wird urkundlich genannt, als die Grafen von Ortenburg gegenüber dem Kloster Millstatt auf Ansprüche auf ein Gut dort verzichten. Urk. 13/d
25. Mai 1223
Erzbischof Eberhard und Graf Wilhelm der Ältere von Heunburg vergleichen sich wegen des Patronatsrechts der Marienkapelle in Malta („capelle sancte Marie in Mallentin“) und dieses fällt an das Erzbistum Salzburg. Urk. 13/f Anm. 13/20
1233 (ca. Mai)
Bischof Heinrich von Brixen bestätigt den Grafen von Ortenburg das Vogteirecht über die Güter des Bistums bei Lieserhofen. Urk. 13/g
August 1236
Lieserhofen wird als Amt des Bistums Brixen genannt („oficio Licerhouen“), als Bischof Heinrich von Brixen die Regalien des Bistums an Kaiser Friedrich II. abtritt, sich aber die Ämter Anras und Lieserhofen behält. Urk. 13/h Anm. 13/3
27. November 1236
Papst Gregor IX. bestätigt dem Kloster Suben den Besitz der Kirche Malta. Urk. 13/k
ca. 1237
Die Burg Sommeregg wird direkt genannt, als Graf Wilhelm von Malta Ortolf von Sommeregg mit seinem Besitz am Millstätter See und unter der Burg belehnt („penes lacuni et sub castro iacentibus“). Urk. 13/m Anm. 13/4
1. Dezember 1246
Erzbischof Eberhard II. von Salzburg stirbt und das Domkapitel wählt Philipp von Spanheim zu seinem Nachfolger. 3
vor 1240
Die Pankratiuskirche in Gmünd wird erbaut. 4 Anm. 13/5
1240–1270
Die Stadtmauer von Gmünd wird errichtet. Dazu wurden gerundete Bachsteine in Einzellagen versetzt. Besonders an der Südostmauer kann man ein Fischgrätmuster (opus spicatum, Ährenwerk) beobachten. 5 Anm. 13/6
1241
Pressingberg („Prossingen“) wird genannt, als Graf Hermann II. von Ortenburg in einer Ehevereinbarung Raspo von Friesach den Weiler mit den Besitzungen bei Leobenegg („apud Leubenek“) verleiht. Otto von Rauchenkatsch („Ottonus de Rouhenkaze“) wird als Bürge genannt. Urk. 13/p
19. Februar 1247
Der Pfarrer von Lieseregg Berthold von Ursin („Bertholdo de Ursin rectori ecclesie sancte Marie in Lisireke“) wird genannt, als Papst Innozenz IV. ihm erlaubt noch ein Benefizium anzunehmen. Urk. 13/r
9. April 1251
Ulrich, Erzpriester von Malta („Vl(ricus) archydyacon(us) de Millentain“), wird als Zeuge genannt, als Graf Heinrich von Ortenburg Genannte mit Vogteien in Salzburg belehnt. Urk. 13/s Anm. 13/7
2. Mai 1252
Brugg („Prvkke“) und Rennweg („Rennwech“) werden urkundlich genannt, als Libhard von Bruck dem Salzburger Domkapitel seinen Höringen Chunrad von Rennweg vermacht. Urk. 13/t
21. Dezember 1252
Gmünd („Gemvͤnde“) wird urkundlich genannt, als zur Vorbereitung des Friedensschlusses zwischen Philipp von Spanheim, Erwähltem zum Salzburger Erzbischof, und den Grafen Albert III. von Tirol und Meinhard III. von Görz in Gmünd einige Urkunden zur Auslösung von Albert ausgestellt werden. Urk. 13/v Urk. 13/w Urk. 13/x Urk. 13/y Urk. 13/z Urk. 13/bc
22. Dezember 1252
Meinhard von Görz überlässt Hermann von Ortenburg für seine Bürgschaft gegenüber Salzburg die Vogtei über Huben in Zelsach. Urk. 13/fm
1252 (23. und 26. Dez.)
In Gmünd Urk. 13/fn Urk. 13/fo werden weitere Urkunden Urk. 13/fp Urk. 13/fr zur Vorbereitung Urk. 13/fs Urk. 13/ft des Lieserhofener Friedens Urk. 13/fv Urk. 13/fw ausgestellt. Urk. 13/fx Urk. 13/fy Urk. 13/fz Urk. 13/gb
27. Dezember 1252
Friedensschluss zwischen dem Salzburger Erwählten Philipp von Spanheim, seines Vaters Herzog Bernhard von Kärnten und seines Bruders Ulrich und den Grafen Albert III. von Tirol und Meinhard III. von Görz in Lieserhofen. Urk. 13/bd
15. August 1254
Neuschitz („Genivsciz“) wird urkundlich genannt, als Graf Hermann von Ortenburg dem Kloster Viktring Güter dort vertauscht. Urk. 13/bf
5. April 1255
Papst Alexander IV. entscheidet, dass gewählte Bischöfe innerhalb von 6 Monaten die Weihe empfangen müssen, andernfalls sie suspendiert seien und Neuwahlen notwendig werden würden. Das richtete sich gegen Philipp von Spanheim. 6
um 1256
Es wird erwähnt, dass Herzog Ulrich von Kärnten und sein Vater Herzog Bernhard den Zehent bei Gmünd als Lehen besaßen. Urk. 13/bk Anm. 13/8
1256–1257 (vor Sept.)
Philipp von Spanheim gehorcht der Entscheidung von Papst Alexander IV. von 1255 nicht, lässt Schlösser und Städte befestigen und überzieht die Diözese mit Brand und Raub. Das Domkapitel von Salzburg wählt Ulrich von Seckau mit Zustimmung der Ministerialen als neuen Erzbischof. 7 Philipp akzeptiert diese Entscheidung nicht und geht militärisch gegen das Erzbistum Salzburg vor. Zur Strafe wird die gesamte Erzdiözese Salzburg von Bischof Heinrich I. von Chiemsee im Auftrag des Papstes mit dem Interdikt (Verbot von gottesdienstlichen Handlungen) belegt. 8
4. Jänner 1256
Herzog Bernhard von Kärnten stirbt. 9 Sein Sohn Ulrich tritt seine Nachfolge an.
5. September 1257
Papst Alexander IV. erklärt die Absetzung von Philipp von Spanheim und die Wahl von Ulrich von Seckau zu seinem Nachfolger als Salzburger Erzbischof für rechtmäßig. Urk. 13/bm
1257 (Sept.)
Nach der Bestätigung der Absetzung Philipps von Spanheim durch den Papst eskaliert die Situation weiter. Philipp vertreibt die Domherren aus Salzburg und brandschatzt die Güter von Kirche und Ministerialen im Gebirge. 10
7. Mai 1258
Bischof Heinrich I. von Chiemsee bittet Bischof Otto von Passau um Unterstützung gegen Philipp und berichtet, dass Philipp und seine Unterstützer mit dem Kirchenbann belegt, die Schlösser und Befestigungen, die nicht an Erzbischof Ulrich von Seckau übergeben wurden, mit dem Interdikt belegt wurden. Urk. 13/bn
1258 (Sept.)–1259
Im September 1258 wird Erzbischof Ulrich von Salzburg, der von der Steiermark nach Salzburg zieht, bei Radstadt von Herzog Ulrich III. von Kärnten, dem Bruder von Philipp, überfallen. 11 Dafür rächt sich 1259 König Stephan V. von Ungarn als Herzog von Steiermark und fällt in Kärnten ein. 12
4. November 1261
Das Domkapitel von Salzburg und Philipp von Spanheim versöhnen sich unter Vermittlung von König Ottokar II. Přemysl von Böhmen wieder und vereinbaren die Wiedereinsetzung von Philipp. Urk. 13/bp Urk. 13/br
1263
Herzog Heinrich XIII. von Bayern belagert Salzburg. Er kann es zwar nicht einnehmen, erreicht aber im Einvernehmen mit den Bürgern, dass Philipp von Spanheim aus der Stadt fliehen muss. Dadurch kann nun König Ottokar II. von Böhmen die erzbischöflichen Befestigungen in Kärnten besetzen. 13 Anm. 13/9
10. November 1265
Papst Clemens IV. ernennt Wladislaw von Schlesien nach der Resignation von Erzbischof Ulrich zum Erzbischof von Salzburg. Urk. 13/bs
20. Februar 1266
Philipp von Spanheim hält sich in Gmünd auf und schenkt dem Kloster Kremsmünster Besitzungen. Urk. 13/bt
3. August 1266
Philipp von Spanheim verzichtet auf das Erzbistum Salzburg und bittet um Aufhebung seiner Exkommunikation. Urk. 13/bv
1267
Herzog Ulrich von Kärnten besitzt den Zehent in Malta. Urk. 13/bw Anm. 13/8
1267 (Jul.)
Erzbischof Wladislaw von Salzburg und Philipp von Spanheim treffen sich in Friesach und verhandeln über die Abfindung für Philipps Verzicht auf das Erzbistum Salzburg. Urk. 13/bx Urk. 13/bz Urk. 13/cb
27. Oktober 1269
Herzog Ulrich von Spanheim stirbt. 14 Durch einen Erbvertrag wird nicht sein Bruder Philipp, sondern Ottokar II. Přemysl zwar widerrechtlich doch faktisch Herzog von Kärnten. Anm. 13/23
nach 1269 (27. Okt.)
Durch den Tod Herzog Ulrichs fallen Lehen, wie der bei Gmünd besessene Zehent, an das Erzbistum Salzburg zurück. Urk. 13/gh
1270
Friedrich von Walchen tritt die Nachfolge von Wladislaw als Erzbischof von Salzburg nach dessen Tod an. In einer 1271 in Gmünd ausgestellten Urkunde wird er noch als „Erwählter“ bezeichnet, war also noch nicht geweiht. Urk. 13/cd
4. März 1271
Die Grafen Meinhard und Albert von Görz und Tirol teilen ihren Besitz auf. Alberts Teil enthält den Besitz in Kärnten. Urk. 13/cf Anm. 13/10
31. Mai 1273
Erzbischof Friedrich stellt in Gmünd eine Urkunde aus, in der er die Schenkung eines Hauses an der Stadtmauer („ad murum civitatis“) in seinem Markt Gmünd („in foro nostro Gemunde“) durch den Ortsgeistlichen Heinrich auf dessen Todfall („dominus Hainricus sacerdos eiusdem loci in mortis articulo constitutus“) an Abt Ulrich und das Kloster Millstatt bestätigt. Er erwähnt auch die Marktrechte („iura fori“). Urk. 13/cg Anm. 13/11
1274
Perau („Perov“) wird urkundlich genannt, als Regenward und seine Frau zum Dank für das Bestattungsrecht inMillstatt auf die Vogtei einer Hube dort verzichten. Urk. 13/ch Im selben Jahr verleiht bestätigt Friedrich von Ortenburg die Verleihung einer Hube in Perau („Perentz“) vom Kloster Millstatt an seinen Ritter Luitold von Spittal. Urk. 13/ck Anm. 13/22
20. Oktober 1274
Erzbischof Friedrich ist wieder in Gmünd und verleiht Kapellen in Millstatt einen Ablass. Urk. 13/cm
29. Mai 1275
Auf Burg Sommeregg wird der Ehevertrag zwischen Graf Albert von Görz und Euphemia von Hardeck, seiner zweiten Ehefrau, ausgehandelt. Urk. 13/cn
1275–1278
Graf Albert von Görz und Erzbischof Friedrich von Salzburg versuchen sich in ihren Streitfällen zu vergleichen. 1275 scheitert eine Einigung an der fehlenden Zustimmung Graf Meinhards von Tirol, dem Bruder von Albert. Urk. 13/cp Daraufhin wählen sie Schiedsrichter auf beiden Seiten, die sich danach unter anderem in Sachsenburg Urk. 13/cr und Gmünd Urk. 13/cw treffen, um die Streitigkeiten zu schlichten. Anm. 13/12
4. Juli 1278
Das Erzbistum Salzburg erhält von König Rudolf das Recht in seinen Gerichtsbarkeiten und Territorien in Zivil- und Kriminalfällen zu richten. Urk. 13/cx
26. August 1278
Ottokar II. Přemysl stirbt. 15 Nominell wird Philipp von Spanheim nun doch noch Herzog von Kärnten.
22. Juli 1279
Philipp von Spanheim stirbt. 16 Das Herzogtum Kärnten fällt an König Rudolf von Habsburg.
3. Jänner 1280
Graf Friedrich von Ortenburg bürgt für seine Neffen gegenüber Otto von Goldegg und verpflichtet sich bei Zahlungsausfall zwei seiner besten Soldaten zum Einlager nach Gmünd zu schicken. Urk. 13/gc
15. August 1280
Hilpersdorf („Hilpotsdorf iuxta Gemund“) wird urkundlich genannt, als Gebold genannt Wenger dem Kustos Gebolf von Salzburg das Gut dort um Geld verpfändet. Urk. 13/cy
15. Oktober 1280
Pfarrer Friedrich von Obervellach wird als Erzpriester („plebano de Velach archidiacon(o) Traham et Moͤllam“) genannt, als über Personen in seiner Erzpriesterei der Kirchenbann verhängt wird. Urk. 13/cz
22. September 1281
Ulrich von Wiespach stellt in Gmünd eine Urkunde aus, in der er die Schenkung einer Hube in Zedlitzdorf durch seine Gattin an das Kloster Ossiach bestätigt. Urk. 13/gd
12. April 1282
Der Pfarrer von Lieseregg Ulrich von Bergheim („Vlricus de Perchaim, plebanus in Lisereke“) wird als Zeuge genannt, als Ulrich von Treffen und Familie Abt Friedrich von Millstatt eine Hube in Sappl verkaufen. Urk. 13/db
10. August 1283
Nikolaus, Hofnotar von Salzburg („… Nycolaus curie nostre notarii“), wird als Zeuge genannt,als Otto von Emmerberg zu Gunsten von Erzbischof Friedrich auf Zehentansprüche verzichtet. Urk. 13/df
7. April 1284
Der Erzbischof von Salzburg Friedrich von Walchen stirbt in Friesach. 17
21. September 1284
Krafto von Leobenegg Anm. 13/13 und Ulrich, Pfarrer von Haslach, werden als Richter von Gmünd genannt („dominorum Vlrici plebani de Haslach et Chraftonis iudicis in Gemunde“). Urk. 13/dh Urk. 13/dg
1. Oktober 1284
Bischof Bruno von Brixen vergleicht sich mit Konrad Hürting von Hohenburg über zugefügte Schäden zu Lieserhofen. Urk. 13/gf
23. Juni 1285
Graf Albert von Görz und Erzbischof Rudolf von Hoheneck, der Nachfolger von Friedrich II., versuchen weiterhin ihre Streitigkeiten beizulegen. Dazu wollen sie Herzog Albrecht von Österreich und Steiermark als „Übermann“ gewinnen und sich dann im Juli in Krain oder Kärnten treffen. Sollte Albrecht ablehnen, will man sich Ende September in Sachsenburg treffen. Urk. 13/dm Anm. 13/14
28. Juni 1285
Die Brüder Krafto und Philipp von Leobenegg („Chrafto et Philippus fratres de Leubeneke“) schenken Wendelburg, die Tochter von Gertraud von Leobenegg („Gerdrudis de Leubenekke“) und Frau von Eberhard von Rauchenkatsch („Eberhardo de Rauchenchaetsse“), dem Salzburger Domkapitel, in dessen Besitz sich ihr Mann bereits befindet. Urk. 13/dn
25. August 1285
Der schon 1283 Urk. 13/df genannte Notar Nikolaus stellt sich als Pfarrer von Malta heraus („Nycolaus, notarius, plebanus de Mallentin“), als er als Zeuge in einer Friesacher Schenkungsurkunde auftritt. Urk. 13/dp
1286
Ulrich von Bergheim, Pfarrer von Lieseregg, bezeugt eine Schenkung an das Kloster Millstatt in Oberzmöln („super Zmolin“). Urk. 13/gk Anm. 13/23
1. September 1286
Meinhard II. von Görz und Tirol wird Herzog von Kärnten mit den üblichen Zeremonien am Fürstenstein, im Dom zu Maria Saal und auf dem Herzogstuhl, 18 nachdem die Habsburger auf Kärnten verzichtet und König Rudolf Meinhard mit Kärnten belehnt hatte. Meinhard belehnt seinen Bruder Albert mit der Pfalzgrafenwürde von Kärnten. Urk. 13/dr
22. Oktober 1286
Herzog Meinhard und Erzbischof Rudolf vereinbaren eine einheitliche Münzordnung für Kärnten. Urk. 13/ds Die Pankratiuskirche in Gmünd wird um- oder ausgebaut, da Erzbischof Rudolf allen 10 Tage Ablass verleiht, die dabei mithelfen. Urk. 13/dt Anm. 13/16
18. Dezember 1287
Krafto von Leobenegg („Chraften von Leubenekke“) wird als Schiedsrichter genannt. Urk. 13/gm
3. August 1290
Erzbischof Rudolf von Hoheneck stirbt. 19
7. Dezember 1290
Der Katschberg („monte Chaetzperge“) wird urkundlich genannt, als Dompropst und Erzpriester Heinrich Engelram und seinen Brüdern Huben im Lungau verleiht. Urk. 13/dv
11. Februar 1291
Bischof Konrad von Lavant wird von Papst Nikolaus IV. nach dem Tod von Rudolf zum Erzbischof von Salzburg ernannt. Urk. 13/dw
9. Dezember 1291
Eine (erzbischöfliche) Maut in Gmünd wird erwähnt, als Sigel, die Witwe des Pabo von Sachsenburg gegen 30 Mark aus dieser Maut („von der mautte ze Gemvnde“) auf alle Ansprüche gegenüber dem Erzbistum Salzburg verzichtet. Urk. 13/dx
ca. 1292
Ein Teil eines Salzburger Zehentverzeichnisses listet Zehentleistungen in den Salzburger Ämtern, so auch Gmünd, auf. Urk. 13/gn
29. Februar 1292
Burkhard berichtet aus den Oberkärntner Besitzungen Salzburgs im Zusammenhang mit der Rivalität zu den Grafen von Ortenburg und den Grafen von Görz-Tirol an den Erzbischof. Dabei erwähnt er, dass die Büger von Gmünd sich organisiert haben, um die Stadt („civitas“) besser zu befestigen. Weiters bemerkt er, dass die Befestigungen in Gmünd, Feldsberg und Sachsenburg mit Bewaffnung und Proviant ausgestattet werden sollten. Schließlich schreibt er, dass Ulrich von Bergheim („Perchaimerus“), Pfarrer von Lieseregg, ihm berichtet habe, er sei sicher, dass die Grafen von Ortenburg beabsichtigen den Pfarrhof dort wegen seiner günstigen Lage zu erwerben, um eine Befestigung zu errichten. Urk. 13/dy Anm. 13/17
1292 (29. Feb.–1. Mai)
Eine Auflistung zeigt Schäden, die das Erzbistum Salzburg durch Albert von Görz und seine Leute erlitten hat bzw. die Forderungen des Erzbistums in den Verhandlungen mit Görz. Darunter enthalten ist die Forderung von 1277/78, weil die Schiedsrichter des Grafen die Verhandlungen in Gmünd vorzeitig verlassen haben (diese wurde unverändert übernommen), ein Streit um Mieten am Katschberg („Chaetzperch“) und die Angabe, dass Ulrich von Bergheim, Pfarrer von Lieseregg, gefangengenommen wurde („captivitate Perchaimarii plebani in Lisereke“). Urk. 13/dz
1. Mai 1292
Albert von Görz und Tirol und Erzbischof Konrad vergleichen sich über die zwischen den Grafen von Görz und dem Erzbistum Salzburg seit dem Frieden von Lieserhofen 1252 bestandenen Streitigkeiten Alberts Besitzungen betreffend. Die Görzer Landgerichte am Katschberg und gegen Malta bleiben bestehen, Salzburg muss in Fällen der Blutgerichtsbarkeit die festgenommenen Leute an diese Gerichte ausliefern („Unser lantgerichte, daz wir haben suln ouf dem Chaetzperige und gein Malntein, daz sol man uns behalten also, daz man uns schedlich leutt ouz sinem geriht antwrte, als ez mit gewohnheit her chomen ist.“). Urk. 13/fb Urk. 13/fc Anm. 13/18
30. Juni 1292
Euphemia von Plain-Hardegg, die Ehefrau von Graf Albert von Görz, und ihre Mutter Euphemia, Gräfin von Hardegg, verzichten in Lieserhofen gegenüber Erzbischof Konrad auf ihre Ansprüche auf Plain. Urk. 13/go
1. November 1295
Graf Meinhard von Görz und Tirol, Herzog von Kärnten, stirbt. 20 Seine Söhne Otto, Heinrich und Ludwig treten seine Nachfolge an.
11. Dezember 1295
Graf Albert von Görz und Erzbischof Konrad treffen sich in Lieserhofen („Liserhouen“) und vereinbaren erneut Schiedsrichter für Streitsachen. Weiters vereinbaren sie, dass sich ihre beiderseitigen Leute in den jeweiligen Gebieten frei bewegen können und Zoll- und Mautfreiheit für die Görzer Leute im Salzburger Markt Gmünd („in sinem marcht cze Gemunde“). Urk. 13/fg
27. November 1296
Händler meiden die übliche Route über die Alpen, wegen der unsicheren Lage, daher gehen die Mauteinnahmen für Salzburg in Gmünd, Mauterndorf und Werfen („Gemunde, Muterndorf et Werfen“) zurück. König Adolf erlaubt daher Erzbischof Konrad diese Maut stattdessen an der Straße über den Felber- und Fuschertauern („dicitur Vrertouren et Fuhschertouren“) einzuheben. Urk. 13/fh
22. Februar 1299
Wilhelm, Richter in Gmünd („Wilhalmus, iudex in Gemuende“), Anm. 13/19 wird als Zeuge genannt, als Cholo von Falkenstein Abt Konrad von Millstatt seine Vogteirechte in genannten Orten abtritt. Urk. 13/fk

  • 1Gruber, Franz: Eberhard II., Erzbischof von Salzburg: 1200–1246, Erster Teil, in: Programm der königlichen Studienanstalt Burghausen für das Schuljahr 1877/78, S. 1–54, Online: urn:nbn:de:hbz:061:1-125134, S. 9–13.
  • 2Wattenbach, Wilhelm: Gesta Archiepiscoporum Salisburgensium, in: Historiae aevi Salici, hrsg. v. Georg Heinrich Pertz, Monumenta Germaniae Historica Scriptores, Bd. 11, Hannover 1854, S. 1–103, Online: mgh.de (besucht am 17.02.2023), S. 49.
  • 3Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Erster Teil 1202–1262, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t2q52x12x, S. 343f., No. 2340.
  • 4Woldron, Ronald und Christiane Wolfgang: Gmünd: Burg und Stadtbefestigung. Bauhistorische Untersuchung, 2011, Online: ark:/65325/r204vr, S. 7, vgl. S. 90.
  • 5Woldron, Ronald und Christiane Wolfgang: Gmünd: Burg und Stadtbefestigung. Bauhistorische Untersuchung, 2011, Online: ark:/65325/r204vr, S. 8.
  • 6Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Erster Teil 1202–1262, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t2q52x12x, S. 471, No. 2597.
  • 7Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Erster Teil 1202–1262, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t2q52x12x, S. 488f., No. 2624.
  • 8Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Erster Teil 1202–1262, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t2q52x12x, S. 513, No. 2657.
  • 9bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Historische Kommission (Hrsg.): Behaim – Bürkel, Bd. 2 (Neue deutsche Biographie), 1955, Online: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00016318-3, S. 111.
  • 10Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Erster Teil 1202–1262, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t2q52x12x, S. 517, No. 2661.
  • 11Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Erster Teil 1202–1262, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t2q52x12x, S. 530–532, No. 2689.
  • 12Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Erster Teil 1202–1262, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t2q52x12x, S. 543f., No. 2705.
  • 13Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Zweiter Teil 1263-1269, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t7hq47z2j, S. 599, No. 2813.
  • 14Die Kärntner Geschichtsquellen 1202–1269. Zweiter Teil 1263-1269, in: August von Jaksch (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 4, Klagenfurt 1906, Online: ark:/13960/t7hq47z2j, S. 722f., No. 3025.
  • 15bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Historische Kommission (Hrsg.): Pagenstecher – Püterich, Bd. 20 (Neue Deutsche Biographie), 2001, Online: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00016338-3, S. 697.
  • 16bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Historische Kommission (Hrsg.): Pagenstecher – Püterich, Bd. 20 (Neue Deutsche Biographie), 2001, Online: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00016338-3, S. 380.
  • 17Die Kärntner Geschichtsquellen 1269-1286, in: Hermann Wiessner (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 5, Klagenfurt 1956, S. 377, No. 588.
  • 18Die Kärntner Geschichtsquellen 1286–1300, in: Hermann Wiessner (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 6, Klagenfurt 1958, S. 13–18, No. 25.
  • 19Jaffé, Philipp: Continuatio Altahensis, in: Annales aevi Suevici, hrsg. v. Georg Heinrich Pertz, Monumenta Germaniae Historica Scriptores, Bd. 17, Hannover 1861, S. 408–416, Online: mgh.de, S. 415.
  • 20Die Kärntner Geschichtsquellen 1286–1300, in: Hermann Wiessner (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 6, Klagenfurt 1958, S. 218, No. 318.