3. April 1332
Wolfhart von Leubenekk beurkundet, daß er mit Einwilligung seines Bruders hern Ortolfes und seiner Erben
zum selgeraet seiner vorderen, seiner wirtinne und seiner Erben dem Konvent des Gotteshauses ze Milstat (Millstatt)
ouf ir oblay eine Hube ze Pleznitz (Pleßnitz bei Kremsbrücke) gelegen an dem Orte für rechtes und freies
Eigen samt allem Zubehör gegeben habe. Die Hube zinst 4 mutten reshez choren, 5 mutten maltz oder 5 1/2 mutten haber dafür,
5 chaese oder 5 phenning und ein Schaf ze sand Goͤrgen tage. Von dem Zins sollen Wolfhart und seinen Erben
alljährlich 12 Pfennige ze vogtrecht zustehen. Der Konvent soll dafür ewichlich aines in der wochen ain misse sprechen
auf dem Sct. Johannesaltar des Täufers, den der Schenker in dem muͤnster gestiftet hat. Für das Licht auf dem Altar soll
der Konvent dem custer von diesem Geld alljährlich eine halbe Mark geben, um die er Öl kaufen soll. Sollten sich der Schenker
und seine Erben Übergriffe an der vogtay zuschulden kommen lassen und mehr verlangen als die 12 Pfennige oder die Holden
mit stewer oder tagwerch beschweren, so gehen sie der Vogtrechte verlustig. Der A[Die Ä]cker ze Malentein
(Malta), der [die] vordem zu dem Lichte gedient hat [haben], wird [werden] durch die Schenkung der Hube Wolfhart
wieder ledig. Ferner wurde zwischen dem Schenker und dem Konvent verabredet, wenn er oder seine Erben 10 Pfund Perner Geld dem
Konvent zwischen Luentz, Villach und dem Chreutsperg kaufen, so soll die Hube zu Pleznitz wieder an Wolfhart
zurückfallen. Siegler: der Aussteller und sein Bruder Ortolf.
Quelle: MHDC 9, S. 157, No. 506, Korrektur aus Digitalisat der Online-Edition
Ich Wolfhart von Leubenekk vergih ouf disem prief offenleich · daz ich mit meines pruͦder H(er)rn Ortolfes gunst vnd willen vnd aller mein Erben · durch selgeræt mein(er) vorderen · meiner wirtinne vnd meiner Erben · geben han dem Conuent des Goteshaus ze Milstat ouf ir Oblay · ain huͦben ze pleznitz gelegen an dem Ortt · vnd han in die geben vuͤr rechtez vnd vreiez aigen · mit alle der vnd dar zuͦ geheͦrt · stoch vnd stain gesuͦt vnd vngesuͦcht · holtz · vnd wismat · vnd mit allen den rechten · vnd ich sei gehabt han · vnd sol der selbe huͦbe ze rechten zinse dienen · vier mutten reshez Choren · fuͤnf mutten Maltz · oder sechsthalb mutten haber darvuͤr fuͤnf chæse · oder fuͤnf phen(n)inge · vnd ain shaf ze sand Geͦrgen tage · doch sol von dem selbem zinse mir vnd meinen Erben geuallen aller jar zwelph phen(n)inge ze vogtrecht · vnd da wider ist der Conuent mir vnd allen meinen Erben des gepunden daz sev ewechlich aines in der wochen · ain misse sprechen suͤlen · ouf sand johannes alter des Taufer · den ich da selben in dem Muͤnster gestiftet han · dar zuͦ daz der selbe alter beleuchtet werde sol der Conuent · dem Custer geben · von dem selben gelte aller jar ain halb March beraiter phen(n)inge · dar vmb er Oͤl chauf zuͦ dem liechte · auch ist daz gelobt swan ich oder mein Erben · vns vͤbergriffen an der vogtay vnd mer dar ab niemen dan zwelf phen(n)inge · oder den holden dar ouf beswarten · mit stew(er) oder mit tagw(er)ch · so solt dev vogtay von vns ledich sein · mit allem recht · auch ist ze wizzen · daz die acher ze Malentein die vormal zuͦ liechte gedient habent mit gab diser huͦben mir wider ledich sint · vͤber daz allez · so ist ouzgenomenleich gelobt zwischen dem Conuent vnd mein · swan sich daz vuͤgte · daz ich oder mein Erben zehen phunt perner gelt · dem vorgenantem Conuent chauften · swa wir den væle vunden zwishen Luͤntz · Villach · vnd des Chætsp(er)ges · der in auch guͦt vrid ane chriech war · den solten sev nemen in den selben rechten · doch an alle vogtay wand der solt vuͤrw(er)t ab sein · vnd solt der huͦbe ze pleznitz mir vnd meinen erben wider ledich sein mit allem recht · vnd daz daz also staet pleibe von mir vnd meinen Erben · dar vͤber gib ich disen Offen prief · v(er)sigelt mit meinem Insigel · vnd auch mit meines pruͦder Insigel H(er)rn Ortolfes · daz ist geshehen do von Christes gepurt ergangen waren dreutzehen hund(er)t jar · dar nach in dem zwai vnd dreizechistem jare an sand Ambrosen tage
Quelle: aus Digitalisat der Online-Edition, zu Katschberg vs. Kreuzberg siehe Anm. 14/18
Online-Edition: www.monasterium.net (letzter Zugriff: 3. September 2023)
Eindeutiger Bezeichner: 14/ck
- Ortolf von Leobenegg („pruͦder H(er)rn Ortolfes“) – Bruder von Wolfhard von Leobenegg
- Wolfhard von Leobenegg („Wolfhart von Leubenekk“) – Bruder von Ortolf von Leobenegg
- Katschberghöhe („Chætsp(er)ges“)
- Burg Leobenegg („Leubenekk“)
- † Millstatt („Milstat“)