Gmünd, 9. Dezember 1463
Johann Schulthas, dye czeit pfleger auf dem nidern turn ze Sachsenpurg, reversiert Eb. Burckhart von Salzburg über die Belehnung mit dem nidern turn
ze Sachsenburg, den ihm weiland Eb. Fridreich auf lebenszeit pflegweis überlassen hat. Die Belehnung erstreckt sich auch auf die erben, das sun sein. Sg:
Jörg [Georg] Pruckdorffer und der Aussteller. Geben ze Gmund am eritag [Freitag] nach unser lieben frawentag Conceptionis n. Chr. G. 1463.
Quelle: MHDC 11, S. 151, No. 374, Korrekturen aus Digitalisat der Online-Edition, zur Datierung siehe Anm. 15/8
Ich Hanns Schulthas diezeit pfleger auf dem Nidern Turn zu Sachsenburg Bekenne offenlich mit dem brieue fur mich mein hawsfrawn vnd fur all vns(er) Erb(e)n vnd tuͦn kundt allen den er furkumbt Als der hochwirdigst furst vnd herr her Burkhart der heiligen Romischen Kirchen Cardinal Ertzbischoue zu Salczburg vnd Legat des Stuls zu Rom mein gnedigister herr denselb(e)n Nidern Turn zu Sachsenburg zu dem daz er mir von weilent Ertzbischoue Fridrich(e)n saliger gedechtnuß mein Lebttag in pflegweis verlassen ist meinen Leyberb(e)n das Suͦn sein die Ich yetz hab oder noch gewinne durch Ir Lebtag allain vnd nicht ven? mit der gewondlich(e)n Burckhut von sundern gnaden vnd der dinst weg(e)n so Ich demselb(e)n meinen gnedigisten herrn seinen voruordern vnd Gotshaws getan hab vnd noch Ich vnd die benan(nt) mein Suͦn tuͦn sullen verschrib(e)n hat nach Lautt seiner gnad(e)n brief darumb aufganng(e)n. Also hab Ich anstat der benan(nt) meiner Suͦne gelobt vnd versprochen Gelob vnd versprich auch wissentlich in kraft des briefs daz dieselb(e)n mein Suͦn vnd sunder albeg der ellter aus Ir nach meinem abgang von ainen auf den andern denselb(e)n Turn wesenlich Innhab(e)n vnd dem vorbenan(nt) meinem gnedigisten herrn vnd seinen nachkomen dauon huldigung tuͦn sol in masse als Ich getan hab vnd daz Sy Ir mit Dache Rymen vnd was mit andern klainen notdurfft(e)n zeu sorgen ist auf Ir darlegen pawen vnd mit hüt wol bewar(e)n sullen Sich sol auch derselb mein Suͦn der denselb(e)n Turn also Innhab(e)n wirdet dieselb Zeit hinder kein andre herschafft mit dinst(e)n on des vorgenan(nt) vnnsers gnedigist(e)n herrn vnd seiner Nachkomen sundern willen vnd gunst nicht v(er)phlicht(e)n oder begeb(e)n Sunder sol er seinen gnad(e)n seinen Gotshaws vnd Nachkomen yetz benan(nt) durch Iren Vitzdom zu Friesach welher der zu zeit(e)n ist vnd anndern Iren anweͣld(e)n dauon gewerttig vnd gehorchen sein wider menicklich als ander Ir pfleg(er) tuͦn vnd pflichtig sein zetuͦn ongevu(er)de Es sol auch Ir kainer Im auf demselb(e)n Turn kainerlay gerechtikait mach(e)n noch zuzieh(e)n Noch kainerlay krieg darzu oder daruon on des vorgena(n)t(e)n vnnsers gnedigist(e)n herr(e)n des Ertzbischoues oder seiner Nachkomen sunder wissen vnd geschafft tuͦn noch anhab(e)n daraus Ir oder Iren Gotshaws wort oder sched(e)n ersteen mächte auch ongeu(er)de Vnd ob ich benanter Hanns Schulthas oder der bemelt(e)n meiner Suͦn ainer oder meer die solh pfleg Innhab(e)n werden alsdem icht in Ir(e)n vnd Ires Gotshaws dinst(e)n auf dem velde scheden neͣmen die wissennlich gemacht wurd(e)n als Recht ist derselb(e)n sched(e)n sullen vnd wellen Ich vnd Ir yeder bei Iren Rät(e)n gentzlich beleiben Beleibe auch der fur mich vnd die vorbenan(nt) mein Suͦn wissenntlich vnd in kraft des brieues Also was Sy vns darumb sprech(e)n daran sull(e)n wir vns Irn vnd Ir yeder vnnser hawsfrawn vnd erb(e)n bemugen lassen vnd dawider nicht Reden noch hanndl(e)n weder mit Recht geistlich noch weltlich noch on Recht in dhain weise Sy sein auch vns dhainerlay annder sched(e)n noch Sold von Innhabung des obbenan(nt) Turens wegen nicht schuldig noch pflichtig ze bezal(e)n annders dann die bemelt(e)n gewondlich(e)n Burckhut daran wir vns bemug(e)n sullen lassen onge(ue)rde Beschech aber das Ich vorbemelter Hanns Schulthas oder mein Suͦn oder Ir ainer diser verschreibung nicht nachkomen oder die vberfuͤrn in ainem oder meer der obgemelt(e)n Artickel das wissenntlich gemacht wurde als Recht ist vnd zugeleicher weis wann wir all mit tod abganng(e)n sein so mug(e)n sich alsdenn der oftbenan(nt) vnnser gnedigister herr oder sein nachkomen Ertzbischoue zu Salczburg des vorbemel(te)n Turns mit seiner Zugehörung wid(er)umb vnderwinden vnd damit hanndeln vnd tuͦn nach Ir vnd Ires Gotshaws notdurft als mit andern Iren pfleg(er)n on vns vnd vns(er) yeder vnser hawsfrawn vnd erb(e)n noch meinicklichs von vnnsern wegen Irrung vnd hindernuß Wir sullen noch mug(e)n auch wenn es sich zu solhem begibt als denn oben gemelt ist also daz der vorbestimbt vns(er) gnedigister herr oder sein Nachkomen Ertzbischouen zu Salczburg sich des vorbestimbt(e)n Turns widerumb vnderwunden hab(e)n von solhs vnderwinnd(e)n wegen zu Ir vnd Ir(e)m Gotshaws dhainerlay vorderung noch Spruch hab(e)n noch gewinnen weder mit Recht geistlich noch weltlich noch on Recht in dhain weis ongeu(er)de So wir aber dawider tet(e)n des Sy oder Ir Gotshaws Salczburg zu sched(e)n komen dieselb(e)n sched(e)n mugen Sy bekomen zu vns vnd allem vnnserm gut wo wir das hab(e)n vntz auf Ir volliges bemüg(e)n alles trewlich vnd ongv(er)lich Vnd des zu vrkundt gib Ich den brief besigelt(e)n mit meinem aigen anhangund(e)n Insigel Darzu hab Ich mit vleis gebet(e)n den Edeln vnd vesten Gorgen Prugkdorffer daz er sein Insigel zu besser bekrefftigung an disen brief auch gehanngen hat doch Im vnd seinen erb(e)n an schad(e)n Darunter Ich mich fur mich mein hawsfrawn vnd dy vorbenan(nt) mein Suͦn verbinde alles das stät zehab(e)n vnd zeuolfur(e)n so oben angeschrib(e)n steet Zeugen der bete vmb des benan(nt) Prugkdorffer Insigel sind de erbern weisen Gorg Kramer vnd Vlrich Kürsner bede Burgermaister ze Gmund Geb(e)n zu Gmund an Freitag nach vnnser lieb(e)n Frawn tag Concept(i)onis Nach Kristi geburde Tausentvierhundert vnd Im drewvndv(i)eratzigist(e)n Iar(e)n.
Quelle: aus Digitalsat der Online-Edition
Online-Edition: www.monasterium.net (letzter Zugriff: 5. Mai 2024)
Eindeutiger Bezeichner: 15/bn
- Georg Bruckdorfer („Gorgen Prugkdorffer“) –
- Friedrich IV. von Emmerberg („Ertzbischoue Fridrich(e)n saliger gedechtnuß“) – † Erzbischof von Salzburg
- Georg Kramer („Gorg Kramer … Burgermaister ze Gmund“) – Bürgermeister von Gmünd
- Ulrich Kürschner („Vlrich Kürsner … Burgermaister ze Gmund“) – Bürgermeister von Gmünd
- Johann Schultheis („Hanns Schulthas“) – Pfleger von Sachsenburg auf dem „unterem Turm“
- Burkhard von Weißpriach
- („Burkhart … Ertzbischoue zu Salczburg“) – Erzbischof von Salzburg
- („Burkhart der heiligen Romischen Kirchen Cardinal“) – Kardinal
- Friesach
- Gmünd in Kärnten („Gmund“)
- Rom
- Sachsenburg
- Salzburg („Salczburg“)