15. Jahrhundert
- 15/1
- Es ist nicht ganz klar welcher Ort mit „enthalb des Rawry(s)“ in Urk. 15/f gemeint ist. „Enthalb“ meint „jenseits von“ und so ist mit „enthalb des Chaͤczperges“ auch wohl das Liesertal gemeint. Jenseits des Rauris müsste also analog zum Katschberg die Kärntner Seite und damit das Gebiet der Fragant meinen. Eisenabbau gab es auf der anderen Mölltalseite auf der Raggaalm und so fiel meine Wahl eben auf Flattach wo es bei der Raggaschlucht noch die Siedlung Schmelzhütten gibt. Das Rauriser Tal selbst fällt jedenfalls aus, da in Urk. 14/fv von 1378 dieses mit „in der Rawris“ bezeichnet wird.
- 15/2
- Beim Spittaler Marktrecht von 1403 Urk. 15/k handelt es sich um eine Niederschrift oder Erneuerung, weil Spittal an der Drau bereits 1242 das Marktrecht erhalten hat.
- 15/3
- In Urk. 15/n, wo Erzbischof Eberhard seine Waage überlässt, wird ein Bauvorhaben erwähnt: „zu vns(er)m paw auf das haws daselbs in dem gegenwurtige(m) Jare daz sich zu sand michels tag nachstuerganngen angehebt hat“. Dieses soll am 29. September 1408 begonnen haben. Mit „haws“ ist wahrscheinlich die Burg gemeint. Tatsächlich ordnen Woldron und Wolfgang eine Erweiterung des Wohnturms „spätestens um 1400“ zu. 1 Möglicherweise hat der Eisenabbau und -handel einen Aufschwung ausgelöst, der von Salzburg teilweise wieder investiert wurde.
- 15/4
- Urk. 15/n, wo Erzbischof Eberhard den Gmündner Bürgern seine Waage überlässt, ist mit „an Suntag nach sannd Pauls becherung tag Nach Kristi gepurde in dem vierzehen hundertisten vnd Newnten Jare“ datiert. Wiessner löst das irrig zu 20. Jänner 1409 auf. Sankt Pauli Bekehrung ist am 25. Jänner und der 27. Jänner war 1409 ein Sonntag. Interessant sind auch die Rasurstellen. So wurde der Name des Erzbischofs, die erste Erwähnung der Waage, sowie das Jahrhundert ausgebessert und mit anderer Schrift ergänzt. Die Ausbesserung des Namens könnte auf eine frühere Erstellung unter dem Vorgänger (Erzbischof Gregor starb 1403) hindeuten, aber die Korrektur des Jahrhunderts passt nicht in dieses Schema. Eine andere Erklärung wäre ein Schreibfehler im Jahrhundert und die Namensverwirrung könnte auf den Widerstreit zwischen Eberhard von Neuhaus und dem zuerst vom Papst als Erzbischof eingesetzten Bischof von Freising zurückgehen.
- 15/5
- In Urk. 15/r über den Todschlag bei Gmünd wird der Pfleger von Gmünd Ruprecht von Leobenegg („Ruprecht(e)n von Lewbneck“) im Regest bei Wiessner irrig zu „Ruprechten von Lebmakt“ 2 aufgelöst. Die in der Urkunde angeführten zwölf Bürger von Gmünd werden wohl mit dem geschworenen Rat identisch sein. Sie sind: Pilgrim beim niederen Tor, Jakob Simon, Hans von Zankwarn, Hans Froner, Jakob am Knie, Hans Wucherl, Ulrich Wucherl, Wolfram Pölzel, Niklas Messerer, Jörg Wilhelm, Christoph Olm, Hannes Mautter. Im Gegensatz zur Erstnennung wo Hilpersdorf als „Hilpotsdorf“ Urk. 13/cy bezeichnet wird, nennt man es hier „Hilprechtstorff“.
- 15/6
- Der Streit zwischen Herzog Ernst und Salzburg bzw. dem Klerus Urk. 15/t zog einige Kreise. So schaltete sich 1423 zuerst der Papst und dann auch der römisch-deutsche König Sigismund - ein Gegner von Ernst - in diesen ein.
- 15/7
- Urk. 15/x zur neuen Bergwerksordnung für Bergwerke in den Landgerichten Gmünd und Katsch wird von den Bergrichtern in der Krems (Konrad Züngl, Jakob Am Knie), die auch Bürger von Gmünd sind, sowie von den Gmündner (Erasmus Griespeck, Jakob Messrer) und Villacher (Lienhard Goldschmied, Hans Blüm) Gewerken, sowie vom Gewerken Neidhard von Benning veröffentlicht, während die Vorgängerordnung Urk. 15/g knapp zwanzig Jahre vorher noch vom Salzburger Erzbischof erlassen wurde. In der neuen Bergwerksordnung finden sich Referenzen zum Bergwerk im Gasteiner Tal („in der Kastein“) und zum dortigen Wechsler Ulrich von Kirchberg („Vlreich(e)n von Kirichperig“).
- 15/8
- Wiessner löst die Datierung von Urk. 15/bn zur Verleihung des Turms zu Sachsenburg irrig zu „eritag nach unser lieben frawentag Conceptionis“, 3 also Dienstag nach dem 8. Dezember 1463, auf und kommt daher auf den 13. Dezember 1463. In der Urkunde steht allerdings „Freitag nach vnnser Lieb(e)n Frawn tag Concept(i)onis“ was dem 9. Dezember 1463 entspricht.
- 1Woldron, Ronald und Christiane Wolfgang: Gmünd: Burg und Stadtbefestigung. Bauhistorische Untersuchung, 2011, Online: ark:/65325/r204vr, S. 28.
- 2Die Kärntner Geschichtsquellen 1414–1500, in: Hermann Wiessner (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 11, 1972, S. 8, No. 27.
- 3Die Kärntner Geschichtsquellen 1414–1500, in: Hermann Wiessner (Hrsg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, Bd. 11, 1972, S. 151, No. 374.