Zeitereignisse im Lieser- und Maltatal

Friesach, 6. November 1386

Friedrich, Graf zu Ortenburg, beurkundet, Diener des Eb. Pilgreim von Salzburg und dessen Gotteshauses geworden zu sein für die Dauer von 5 Jahren. Die beiden Vertragsteile geloben einander Schutz und Beistand. Wenn der Graf für Salzburg in den Krieg zieht, so soll ihn der Eb. nach Gutdünken entlohnen, waz er uns zu unser selbes person geit, die Ritter und Knechte des Ortenburgers aber soll er wie seine eigenen Ritter und Knechte entlohnen, erlittene Schäden im Dienste des Eb. sollen nach dem Urteil der Salzburger Räte abgegolten werden. Das Bündnis gilt nicht im Kriegsfall gegen Hzg. Albrecht von Österreich, wider dessen Vettern und gegen Friedrichs Oheim den Grafen von Cilli. Sg: der Aussteller. Gegeben ze Friesach n. Chr. G. 1386 am Eritag nach Allerheiligen.

Quelle: MHDC 10, S. 292, No. 941

Wir Fridr(ich) Graff ze Ort(e)nburg v(er)ieh(e)n offen(leich) mit dem briͤf daz wir dez hochwirdig(e)n fuͤrst(e)n vns(er)s lib(e)n h(er)rn h(err)n Pilgreims von Gocz gnad(e)n Erczb(ischof) ze Salzb(urg) Legat dez Stuls ze Roͤm vnd seins Goczh(aus) dienn(er) word(e)n sein vnd an er vns auch zu seine(n) diͤner fuͤnf Jar dy nach einand(er) schirst komet emphang(e)n hat vnd sol vns beigestentig sein vnd vns beschutte(n) alz seine(r) diͤner wen wir auch Im mit vns(er) selbs leib gedinst tett(e)n czu kriͤgen so stet im Imselb waz er vns zu vns(er) selbs p(er)son geit dez sol vns genug(e)n vnd dez hab(e)n wir Im getrawet ab(er) im d(ie)n vns(er)n Ritt(er)n vnd Knecht(e)n dy Im gedinst in kriͤg(e)n Reiten den sol er auff daz monad sold geb(e)n alz and(er)n seine(n) Ritt(er)n vnd Knecht(e)n Neme(n) auch wir od(er) vns(er) diner in vns(er)s obgen(annten) h(er)rn von Salczb(urg) vnd seins Goczh(auses) dinst ich redlicher der selb(e)n sched(e)n sull(e)n von der vns(er)s obgen(annten) h(er)rn von Salczb(urg) Rat beleib(e)n also was vns derselb sein Rat od(er) merer tail vnd(er) In auzspricht vnd erfindet zu dem recht(e)n den sull(e)n si vns auzricht(e)n vnd dez sol vns auch wol genuͤge(n) vnd sull(e)n in dhaine(n) weg(e)n dawid(er) nichtz red(e)n handeln noch tun and(er) y(e)mad vo(n) vns(er)n weg(e)n angev(er)de Wir sein auch nicht gebund(e)n dem obigen vns(er)m h(er)rn von Salczb(urg) ze dinn wid(er) den hochgebor(e)n Fuͤrst(e)n vns(er)n gnedig(e)n h(er)rn H(er)zog Albr(echt) von Oster(reich) ze vnd wid(er) sein vettern noch wid(er) vns(er) Oͤheim dy Graffen von Cili vnd darvb(er) zu vrkund geb(e)n wir den offen briff ve[r]sigelt(e)n mit vns(er)m anhangunde(m) Insigel der geb(e)n ist ze Frisach nach Crists geburd drewzehenhund(er)t Jar darnach in dem sechs vnd achtzigstem Jar am Eritag nach aller heiligen tag

Quelle: aus Digitalisat von Salzburger Kammerbücher, S. 692, No. 850

Eindeutiger Bezeichner: 14/gb

Siegler Erwähnt

Ausstellungsort Burgen und Schlösser Landstriche Siedlungen