Friesach, 26. September 1395
Spruchbrief der Schiedleute Ulrich, Pfarrer zu Gmünd (Gmunden), Wilhelm Wispeck (wispekch), Nicla, Vizedom zu Friesach, und Friedrich der Poemlaer, über die Forderung, welche Friedrich von Liechtenstein gegen Eb Pilgrim des Drittelzehents zu Treffen (Treuen) halber erhoben hat.
Quelle: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Salzburg, Erzstift (798-1806) AUR 1395 IX 26
Ich Vlreich pfarrer ze Gmuͤnden meins herren von Salczburg Schreiber · ich Wilhalm der Wispekch · ich Nicla vitztum ze Friesach · vnd ich Fridreich der Poͤmkeͣr purggraff ze Tirnstain · wir veriehen vnd tun chund mit dem offen brieff · Als der edel herr her Fridreich von Liechtenstain vmb den drittail des zehents gelegen · in der gegent · ze Treuen · des ainen tail · der pfarrer ze Treuen · ainen tail · der Reͣwtter innehabent · vnd den dritten tail · desselben zehents · derselb von Liechtenstain innegehabt hat · williklich hinder vns obgenannt Spruchleͣwt gegangen ist · nach lawt des hindergang brieffes · den er vns darumb gegeben hat · Also sprechen wir veramtlich · mit chrafft des brieffes · das der drittail des yetzgenanten zehents · den her Fridreich innegehabt hat · vnd darumb · Im · vnser geneͣdiger herr · her Pilgreim Erczbischoff ze Salczburg · Legat des Stuͦls ze Rom · lanngerr zeit zugesprochen hat · desselben vns(er)s bischoff ze Salczburg vnd seines gotshawss · hinfuͤr ewiklich ist · vnd sullen der egenannte her Fridreich von Liechtenstain · sein erben noch nachkomen · noch ander yemand von iren wegen darnach nymmer mer gesprechen · mit recht noch an recht gaistlich noch werltlich in Kaynerlay weis · auch sprechen wir das vnser egenant(er) h(er)r von Salczburg sein nachkomen noch ander yemand von iren wegen chain ansprach noch vordrung hincz h(err)n Fridreichen von Liechtenstain vnd seine(r) erben von der nutz des egenanten drittails des zehents wegen · die er vncz auff hewtigen tag in genomen hat · hinfuͤr ewiklich haben sullen noch muͤgen · vnd das sol her Fridreich vmb vnsers herren gnaden von Salczburg verdienen nach seinen trewen · vnd darumb das wir h(err)n Fridreich(e)n den drittail des zehents den er innegehabt hat abgesprochen haben · Sprechen wir das In des vnser egenant(er) h(er)r von Salczburg erczetzen sol · vnd derselben erczetzung sol er bey desselben vnsers h(er)ren von Salczburg genaden beleiben Daruͤber ze vrchund geben wir In den brieff versigelt · ich Vlreich pfarrer ze Gmuͤnden mit meinem · ich Wilhalm Wispeckh mit Chunrats des Wispekchen meines bruͦders hauptmanns ze Salczburg · ich Nicla Swab vitztum ze Friesach · vnd ich Fridreich Poͤmker purggraff ze Tirnstain mit vnserr allerr aigen anhangunden Insigeln · Geben ze Friesach an Suntag · vor sand Michels tag · nach Christi gepurd drewtzehenhundert iar darnach in dem fumf vnd Newntzigistem Jare
Quelle: aus Digitalisat der Online-Edition
Online-Edition: www.monasterium.net (letzter Zugriff: 1. November 2023)
Eindeutiger Bezeichner: 14/gr
- Friedrich von Liechtenstein („Fridreich von Liechtenstain“) –
- Friedrich Pömker („Fridreich der Poͤmkeͣr purggraff ze Tirnstain“) – Richter von Dürnstein in der Steiermark
- Reutter („Reͣwtter“) – Inhaber des Drittelzehents von Treffen
- Nikolaus Schwab („Nicla Swab vitztum ze Friesach“) – Vizedom von Friesach
- Ulrich („Vlreich pfarrer ze Gmuͤnden“) – Pfarrer von Gmünd
- Konrad von Wispeck
- („Chunrats des Wispekchen … hauptmanns ze Salczburg“) – Hauptmann von Salzburg
- („Chunrats des Wispekchen meines bruͦders“) – Bruder von Wilhelm von Wispeck
- Wilhelm von Wispeck („Wilhalm der Wispekch“) – Schiedsrichter
- Burg Dürnstein („Tirnstain“)
- Gegendtal („in der gegent“)
- Friesach
- Gmünd in Kärnten („Gmuͤnden“)
- Salzburg („Salczburg“)
- Treffen („Treuen“)