Zeitereignisse im Lieser- und Maltatal

9. Jahrhundert

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Die Forschung ist sich grundsätzlich einig, dass der Besitz des Bistums Freising in Oberkärnten auf die Schenkung König Arnulfs Urk. 9/c zurückgeht. So vermutete schon Moro, dass der Kirche St. Peter in Holz bei der Schenkung König Arnulfs an Freising umfangreicher Besitz in Oberkärnten – auch im Malta- oder Liesertal – angehört hat. Er vermutete weiter, dass der Besitz der Grafen von Lurn im Maltatal ursprünglich von Freising (möglicherweise aus erwähnter Schenkung von König Arnulf) stammt. Durch die Schenkung von Malta durch den Grafen Adalbero von Lurn Urk. 12/g Urk. 12/h bzw. der Schenkung der Hohenburg und ihrer Güter durch seinen Bruder Bischof Altmann von Trient Urk. 12/r ging das Maltatal an Salzburg. Auch Karpf und Meyer bestätigen das. Nach früherer Deutung wurde „Lisara“ Urk. 10/b mit Lieseregg gleichgesetzt und die Kirche dort als Freisinger Kirche angesehen. Moro vermutete daher auch die Zugehörigkeit von Lieseregg zur Schenkung von König Arnulf, den Übergang dieser an die Grafen von Lurn und schließlich dadurch den Übergang zu Salzburg. Karpf und Meyer legen allerdings dar, dass laut einer Beschreibung des Freisingischen Besitzes Urk. 11/k von 1072 dieser nur bis zum rechten Lieserufer reichte und daher Lieseregg nicht Teil dieses Besitzes sein konnte. Sie legen „Lisara“ in den Bereich der Mündung der Lieser in die Drau und sehen diesen Ort damit als Vorgängersiedlung von Spittal an der Drau an. Damit verschiebt sich die erste urkundliche Nennung von Lieseregg Urk. 12/n auf das Jahr 1138. 1 2

  • 1Moro, Gotbert: Der Kärntnische Besitz des Hochstiftes Freising, in: Carinthia I 123 (1933), S. 74–92, Online: anno.onb.ac.at (besucht am 11.02.2023), S. 83, 89–90.
  • 2Karpf, Kurt und Therese Meyer: Die Freisinger Basiliken in Liburnia. Zur Lokalisierung früher Kirchen, des Hofes Lurn und anderer Orte in Oberkärnten, in: Carinthia I 207 (2017), S. 63–78.