Zeitereignisse im Lieser- und Maltatal

Salzburg, 28. März 1443

Cristan Rosenhaymer reversiert Eb. Friedrich von Salzburg über seine und seiner Söhne Belehnung mit der vest Rawchenkäcz und gelobt, die Feste notfalls ze pawen und ze wer nach dem fueglichsten zuezerichten. Sg: der Aussteller und Jörg Nussdorfer, marschalch ze Salezburg. Beschehen ze Salczburg nach unser lieben frawentag annunciacionis n. Chr. G. 1443.

Quelle: MHDC 11, S. 77, No. 196

Ich Christan Rosenhaim(er) · Bekenn fuͤr mich mein hawsfrawn vnd all vns(er) Erb(e)n · Als der Hochwiͤrdig fuͤrst mein gneͣdig(er) her(r) her Fridrich Ertzbischove ze Salczburg Legat des Stuͦls ze Rom · Mir · vnd meinen leiblichen eelichen Suͦnen die ich ietz hab, oder hinfuͤr gewinne sein Vest vnd pfleg zu Rauhenkaͤcz mit ir gewondlichen Burckhuͦt · vnd ander ir zuͦgehoͤrung in pflegweis gelassen · vnd vns daselbshin vnd lebtag alain · vnd nicht verreͣr behawset hat · Also hab Ich im seinen nachkoͤmen vnd Gotshaws gelobt vnd versprochen · gelob vnd versprech auch mit dem gegenwaͤrtigen brieue das Ich dieselb Vest Rauhenkaͤcz nach Rat sein · oder seiner nachkomen werkchleͣwt · oder der den Sy solichs beuelhen vnd mir zueschaffen werd(e)n, mit meinem aigen guͦt nach notdurft · also das es dem benan(nten) meinem gniedigen Herr(e)n von Salczburg · vnd seinem Gotshaus nuͤczlich · vnd mir · auch meinen egemelten Suͤnen erlich sey pawen vnd zu wer nach dem fuͤglichsten zuerichten · vnd darczuͤ greiffen vnd anheben sol vnd wil so palldest Ich das nach notdurft desselben paws getuͦn mag vngeneͣrlich · vnd wenne Ich das getan vnd die obgemelt vest in obuerschrib(e)n weise gepawt vnd Zuegericht hab so sulln darnach vnd daczwischen Ich obgenanntter Christan vnd mein leiblich eelich Suͦne die ich jetz hab oder hinfuͤr gewinne vnd lebtag allain vnd nicht verreͣr die vorbenan(nte) vesten vnd pfleg zu Rauhenkaͤcz in pflegweis innenhaben · vnd die mit ir Zuegehoͤrung getrewlichen verwesen vnd nach notdurft bewaren · behuͤtten, vnd versorg(e)n · als ander seiner gnad(e)n vnd Gotshauß pfleg(er) sin vnd pflich tut sind zetuͦn vngeneͣrlich · Wir sullen vnd wellen vns auch an der gwondlichen Burckhuͦt vnd Zuegehoͤrung als von allter herkom(m)en vnd in ir Kamer vnd ambt Registern begriffen ist benuͤgen lassen vnd vns dhainerlai sein · seines Gotshawß vnd nachkoͤmen vrbar guͤter vnd gild zuezieh(e)n noch gerechtikait darauf mach(e)n sunder mit der benanntten vest vnd pfleg · vnd ireͤr Zuegehoͤrung in seinem Gotshaws vnd nachkoͤmen die mit rechter wal des capitels ze Salczburg erwelt werd(e)n der aller ir notdurft gehorsam vnd gewaͤrtig vnd sol dieselb Vest Rauhenkaͤcz Ir offens haws sein · als andre Ireͤ vnd Ireͤs Gotshauß heͤws(er) vnd vesten · bey tag vnd nacht widermaͤniklich an all awszuͤg als offt Sy des begern mid Ire notdurft ist trewlich vnd vngeneͣrl(ich) · Als dann ich benan(nter) Cristan meinem vorbenan(ntem) gnedig(e)n Herrn von Salczburg vnd seinem Gotshaws des ainen aufgerackten ayde zu den heiligen geswor(e)n hab · desgeleichs auch mein Suͦn · ob ich mit tod abgieng vnd besunder der so die benan(nte) vest vnd pfleg zu Rauhenkaͤcz in obnerschriebneͣr weise Innemen vnd Innhaben wirdt auch ainen ayd zu den heiligen sweren sol · Wir sullen auch Ich · oder meiner bemelten Suͦn ainer besunder der der dasselb Haws Innhaben wirdt · des vorbenan(nten) meins gnedigen Herrn von Salczburg · ob der mit tod abgeen wird · da got lanng vor sey nachkoͤmen wanne er des an vns begern wirdt auch schuldig sein ainen solichen ayde ze sweren getrewlich vnd vngeneͣrlich vnd sullen dieselb vest mitsambt Ir Zuegehoͤrung bey rechten vnd allen gwonhaiten behald(en) nach vns(er)m pesten vermuͤgen vnd die Urbar vnd gerichtsleͣwt daselb mit Rabatten · oder andern ungewondlichen novung(en) nicht besweͣr(e)n · Sunder di gutlich hald(e)n, vnd bey allten loblichen gewonhaiten beleiben lassen trewlich vnd vngeneͣrlich · Wan(n) auch Ich obgenan(nter) Cristan Rosenhaimer · oder mein Sune nicht meer · vnd mit tod abgang(e)n sein · so sind die benant(e)n vest vnd pfleg mit Ireͣn Zuͦgehorung(e)n meinem gneͤdigen herren von Salczburg · seinem Gotshaws vnd nachkoͤmen lediklich verfall(e)n vnd ledig word(e)n · vnd mug(e)n alsdenn damit handeln als mit anderm Ireͤm · vnd Ires Gotshawß guͦt an Irru(n)g vnd widerred aller vnser Erb(e)n · vnd maͤniklichs von unsern wegen Ich auch die bemelten mein Suͦne wel(ic)h dann die benan(nte) vesten sy zu zeiten innenhaben werdt sullen auch bestellen · das nach solichem o(b)gemelten vns(er)m abgangk die vorgemelten vest vnd pfleg mit Ir zuegehoͤru(n)g · dem benan(ntem) vns(er)m gnedigen Herrn von Salczburg seinem Gotshaws vnd nachkoͤmen lediklich an alles widersprechen vnd aufschuͦb widerumb eingeantwurtt vnd gegeb(e)n werde alles getrewlich vnd vngeneͣrlich · Sunder sullen weder Ich · noch mein Suͦn · noch yemant annder von vnseren wegen von der obgenan(nten) vesten Rauhenkaͤcz · oder darczuͦ an des benan(nten) vnsers gnedig(en) H(e)rrn von Salczburg · oder seiner nachkoͤmen willen vnd wissen d(e)hainen angriff · oder Kriege nicht tuͦn · noch meinand da enthalden in d(e)chain weis, damit der benan(nte) vns(er) gniediger herr von Salczburg sein Gotshaws vnd nachkoͤmen oder die Ireͣn in schad(e)n, oder wart koͤmen moͤchten vngeneͣrlich · Ich obgenan(nter) Rosenhaim(er) vnd die bemelt(en) mein Sune · noch vns(er) erb(e)n · noch yemant ander von vnsern wegen sullen · noch muͤgen · von des egemelt(e)n paws weg(e)n zu dem benan(ntem) vns(er)m gniedige(m) Herrn · oder zu seinen nachkoͤm(men) vnd Gotshaws dhainerlai vordr(i)ng noch Spruͤche weder mit recht · noch an recht nicht hab(e)n noch gelbunnen in d(e)chain weis auch vngeneͣrlich · Bescheͤhe aber · das wir der vorbenan(nten) verschreibung nicht nachkaͤmen · oder die Vͤberfuͤren das wissenlich gemacht wurde als recht weͤr · So sein wir von der bemelten vns(er) gerechtikait vnd leibgeding · auch von der obgemelt(e)n vest vnd pfleg mit Ir zuegehoͤrung geͤnczlich geuall(e)n · vnd das obgemelt paw · das wir daran getan hieten ist auch alsdenn ganz ab vnd verloren · also, das weder wir · noch vns(ere) erb(e)n darumb vnd darnach nichts mer zesprechen hab(e)n suͦllen wellen · noch muͤgen in d(e)chain weis · vnd muͤgen sich vns(er) gniedig(er) her(r) · oder sein nachkoͤmen derselben vest vnd pfleg alsdenn vnderwind(e)n vnd damit hanndeln vnd tuͦn als mit ande(r)n Ireͣm vnd Ires Gotshauß freiem vnd ledigem guͦt · an vns vns(e)r erb(e)n vnd maͤniklichs von vnsern wegen hindernuͦß vnd Irru(n)g · ob aber wir vns(e)r erb(e)n od(er) yemant von vns(er)n wegen Ir vnd Ireͣm Gotshaws icht Irru(n)g oder hindernuͦß in solich egemelter vnderwinndung teͣten durch von des paws weg(e)n Spruͤche ersuͦchten vnd hab(e)n wolden des Sy zu schaden kaͤmen denselb(e)n schaden zusambt der haubtsach sullen Sy hab(e)n vnd mugen des bekomen zu vnser hab vnd guͦt wo wir das hab(e)n nichts daran awsgezogen vnd der Sy sich oder Ir anwaͤld vnderwind(e)n muͤgen wie Ir das am pesten fuͤget vnd damit handeln vnd tuͦn auf Ir volligs benuͤgen · vnd des zu Urkund geb Ich den brieue besigelten mit meinem aige(ne)m anhanngend(e)n Insigel vnd zu pesser gezewgnuͤß der Sache hab Ich gebeten den Edeln vesten Jorgen Nusdorffer diezeit Marschalh ze Salczburg · das der sein Insigl vmb mein(er) bette will(e)n an den brief auch gehenngt hat Im vnd seinen erb(e)n an schad(e)n · darunder Ich mich fur mich · mein hawsfrawn · die obgenan(nnten) mein Suͦne vnd all vns(er) erb(e)n verpinde alles das steͣt zehab(e)n vnd zeuolfuͤr(e)n das oben an geschriben steet · Zewgen der bette vmb des Marschalh Insigel sind die Edeln vesten Fridolf Trawn diezeit pfleger in Mattsee vnd Sigmund Mosham(er) vnd ist beschehen ze Salczburg an phincztag nach vns(er) lieb(e)n frawn tag anunciat(i)on(is) nach Cristi gepurd vierczehenhunnd(e)rt Jar vnd darnach in dem drewunduierczigisten Jare.

Quelle: aus Digitalisat der Online-Edition

Online-Edition: www.monasterium.net (letzter Zugriff: 1. April 2024)

Eindeutiger Bezeichner: 15/bf

Siegler Erwähnt

Ausstellungsort Burgen und Schlösser Siedlungen