Zeitereignisse im Lieser- und Maltatal

23. November 1377

Grf. Fridreich ze Ortenburch verfügt für den Fall seines erbenlosen Todes über seine Herrschaften. Zunächst soll sein Vetter B. Albrecht von Trient und Grf. ze Ortenburch alle Herrschaften all sein lebtag innehaben. Nach dessen Ableben sollen Grf. Herman der eltere, Grf. Hermann, sein sun, und ihr Vetter Grf. Wilhalm Grf. ze Cili und alle ihre Leibeserben, Söhne und Töchter, erbberechtigt sein. Die Grafschaft Ortenburg umfaßt: Ortenburg samt Zubehör, die Grafschaft Sterrenberg samt Zubehör, den Markt zum Spital, die Feste Summerek unverzigen der weisung, die wir unser lieben wirtin Grfn. Margreten darauf getan haben, die Feste Hohenburch, die Feste Chellerberch und den Markt daselbst, die zerbrochen vest Swarczenstain, die Festen Steyerberch und Pregreͣd, die Vogtei auf dem Kloster ze Ossea, die zwei Landgerichte bei dem Newnmarkt, zwei Landgerichte bei der Geil, die Feste Waldenberch und den Markt Ratmannstorf, unverezigen des Satzes, den die muͦm Grfn. Agnes, wittib von Walse darauf hat, die Festen zem Nidern und Obernstain und die Feste Ortenek, die Feste Reifniz samt dem Markt, unverzigen der Weisung, die unsere Mutter Grfn. Anna darauf hat, die Festen Zobelsperch, Grafenwart und Polan samt dem Markt, die Festen Altenburch und Weinek und den halben Turm daz Igg und den purchstall Valchenberch und den Markt ze Gotsê. Die Mutter Grfn. Anna soll alljährlich 200 Mark auf Lebenszeit, die muͦme Grfn. Agnes, witib von Walse, und Grfn. Ann von der Krupp sollen bei allen ihren Sätzen auf Lebenszeit bleiben, beide sollen alljährlich 100 Mark erhalten, die Muhme Grfn. Alhait, witib von Cili und deren Tochter sollen jede zeitlebens 100 Mark erhalten, die Grfn. Kathrain, gaistleicherin ze Michelsteten, auch all ir lebtag 50 Mark. 2000 Mark bestimmt Grf. Friedrich zu seinem Seelenheil und seinen Dienern, das Verfügungsrecht steht nach seinem Tode seinem Oheim, dem Grfn. von Cilli, zu. Sg: der Aussteller und B. Albrecht von Trient. Gegeben n. Chr. G. 1377 am negsten Mentag vor der heiligen junchfrawn sand Kathrein tag.

Quelle: MHDC 10, S. 262, No. 837

Wir Graf Fridreich ze Ortenburch veriehen offenlich mit dem Brief vnd tun kunt Daz wir mit wolbedachten muͦt vnd zu der zeit do wir es wol getvn moͤchten recht vnd redleich gemacht haben vnd machen auch mit aller steͣtte Ob das wær das wir an leiberben abgiengen des Got nicht welle So sol all vns(er) herscheft swa die geleg(e)n ist nichts ausgenomen vns(er) lieber H(er)r vnd vetter Byschof Albrecht ze Triend vnd Graf ze Ortenburch all sein Lebtag innehab(e)n mit allen Eren wirden vnd nuczen vnd gewalte als wir vnd ev die innegehabt hab(e)n Nach seinem tod vnd auch ob wir als obgeschrib(e)n stet an Leib erb(e)n abgiengen so machen wir all vns(er) nachgeschribne h(er)scheften vns(er)n lieb(e)n Oheimen Graf Herman dem Eltern Graf H(er)mann seinem Svne Graf Wilhalm iͤrem Vetter Grafen ze Cili vnd allen ir(e)n Leiberb(e)n Sunen vnd Toͤcht(er)n Des ersten vns(er) Grafschaft Ortenburch vnd vns(er) Grafschaft Sterrenberg mit allen iͤren zuͦgehorvngen mit all(e)n iͤren eren wiͤrden vnd rechten als wiͤr di selben in gehabt hab(e)n nichts ausgenomen vnd vns(er)n Marcht zem Spital vnd vns(er) vest Summerek vnu(er)zigen der weisung die wir vns(er) lieb(e)n wirtinn Greͣfin Margreten darauf getan hab(e)n nach irr Brief sag die si von vns darumb hat vnd vns(er) Vest Hohenburch vnd die Vest Chellerberch vnd den Markt daselbs vnd vnser zerbroch(e)n Vest Swarczenstain vnd vns(er) Vesten Steyerberch vnd Pregreͣd vnd die Vogtey die wir hab(e)n auf dem Chloster ze Ossea vnd die zwai Lantgericht bei dem Newnmarkt vnd zwai Lantgericht bei der Geil vnd vns(er) Vest Waldenberch vnd den Markt Radmanstorf vnu(er)zigen des Satz den vnser Liebe Muͤm Greͣfin Angnes Witib von Valse darauf hat als ir Brief lauteret vnd vns(er) Vesten zem Nidern vnd Obernstain vnd vns(er) Vest Ortnek vnd die Vest Reifniz vnd den Markt dapei vnu(er)igen der weisung die vns(er) Liebe Fraw vnd Muͦtt(er) Greͣfin Anna darauf vnd auf and(er)n Guͤtt(er)n nach irr Brief sag vnd mach(e)n in auch vns(er) Vesten Zobelsperch Grafenwart vnd Polan vnd den Markt dapei vnd vns(er) Vesten Altenburch vnd Weinek vnd den halben Turen daz Igg vnd vns(er) Purchstall Walchenberch vnd vns(er)n Markt ze Gotse So haben wir geschaffen vnsr(er) lieb(e)n frawn vnd Muͦtter Greͣfin Ann jeͣrchlich ze geben zwai hundert march Schilling all ir Lebtag vnd vnsr(er) lieben Muͦmen Greͣfin Angnesen Witib(e)n von Walse vnd Greͣfin Ann Witiben von der Krupp auch ieder jerichlich ze geb(e)n all ir Lebtag hundert march Schill(ing) vnd das die vorg(enan)nt vns(er) Muͦtter vnd Muͦmen baid von Walse vnd von der Krupp bei allen iͤren Seͣczen all ir Lebtag beleib(e)n sull(e)n das man die wiͤr in nicht loͤsen sol was Si der von vns haben vnd muͤgen auch mit dem gelt darvmb in die gutt(er) stent als ir brief darauf sagent geben vnd schaffen ze Sel vnd ze Leib wem Si wellen vnd schaff(e)n auch vnsr(er) lieben Muͦmen Greͣfin Alharten Witib(e)n von Cili vnd irr Tochter yerichlich all ir Lebtag ieder hundert march Schill(ing) ze geb(e)n vnd vnsr(er) lieben Muͦm Greͣfin Kathrein gaistleicher ze Michelstetten auch all ir Lebtag yerichlich fumfzich march Schill(ing) ze geb(e)n Wir schaff(e)n auch zwai tausent tausent march Schilling vnsr(er) Sel ze Hail vnd vns(er)n dyenern wem die geuall(e)n sull(e)n vnd wie man vns(er) Sel damit ausrichten sol das wieder sich an and(er)n vnsern Gescheft briefen wol die selb(e)n zwai tausent march Schill(ing) sullen die egenannten vns(er) lieb Oheim von Cili oder ir erben inner der nagsten jarsfrist nach vns(er)m tod an alles verziehen ausrichten Auch mag vns(er) oftgenanter h(er)r vnd Vetter von Triend von der vorgeschriben vnsr(er) h(er)schaft schaffen tausent march Schill(ing) od(er) hundert march gelts wem er wil ze Sel oder ze Leib vnd wem eder wie er die scheft da sol es bei beleiben So sull(e)n auch die oftg(e)nant vn(ser) Oheim von Cili od(er) ir erb(e)n das alles vnsr(er) egenant(er) Muͦtter vnd Muͦmen allen volfuren vnd ausrichten yerichleich als obgeschriben stet Die obgenanten vns(er) h(er)schaft alle Si sein aygen oder lehen mit allen irn eren wiͤrden rechten vnd nuczen vnd mit allen iren zuͦgehorung wie die genant od(er) geschaffen sein nichts ausgenomen in aller der mazze als wiͤr si selb innegehabt haben vnd was wir vbrigs haben das hier nicht verschrib(e)n ist Es sein Manschaft Erber Edel Leut Ritter vnd Chnecht aygne oder verlehende gutter Leut vnd ritt vnd all vns(er) Zehend wa die gelegen sind das hab(e)n wir gemacht vnd machen auch recht vnd redlich den oftgenant(en) vns(er)n lieben Oheimen Grafen von Cili vnd allen iͤr(e)n Leiberben Svnen vnd Tochtern Also ausgenomen ob wir ein Notdurft wegen an geuer der egenant(en) vnsr(er) H(er)schaft ich v(er)chumern oder verseczen solten das muͤg wir wol tvn all vns(er) Lebtag Wir ziehen vnd nemen auch auzz der vest vnd den Marcht ze Los mit allen dem was darczu gehort das wiͤr damit handlen vnd getun muͤgen nach vns(er)n willen das hab(e)n wir in nicht vermacht Es sullen auch all vns(er) purgrafen die wir yezu hab(e)n od(er) furbazz seczen lob(e)n vnd sweren ob vns(er) lieber h(er)r vnd vett(er) von Trient vnd wir an Leiberben abgiengen das si dann nach dem abgang mit den obgeschrib(e)n vns(er)n Vesten geweͣrtig sein vns(er)n obgenanten Oheimen von Cili vnd ir(e)n Leiberben Das das also steͣt vnd vnzerprochen beleib Geb(e)n wir egenant(er) Graf Fridr(ich) ze Ortenburch den off(e)n brief besigelt mit vns(er)n anhangenden Insigel vnd zu merer steͣtchait diser obgeschribner sach haben wir Albrecht von gots genaden Byschof ze Triend Graf ze Ortenburch vns(er) Insigel auf disen brief gehengt vand das Gemeͣcht alles geschehen ist mit vns(er)m gutten willen der geben ist nach Christes geburde dreuzehen hundert jar darnach in dem siben vnd sibenzigisten iar am nagsten Mentag vor der heiligen Junchfrawn sand Kathrein tag.

Quelle: aus Digitalisat von AS 1063/4640 Arhiv Republike Slovenije

Eindeutiger Bezeichner: 14/ft

Siegler Erwähnt

Burgen und Schlösser Gewässer Klöster Siedlungen